Bündnis WhiteIT: Intensiverer Kampf gegen Kinderpornografie im Netz

Im Zuge des Symposiums auf dem Europäischen Polizeikongress in Berlin verabredeten mehrere Mitglieder des Bündnisses WhiteIT sowie der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, sich intensiver für eine bessere internationale Vernetzung von Behörden und Nichtregierungsorganisationen zur Verhinderung von sexualisierter Gewalt an Kindern einzusetzen.

Noch bis morgen tagt im Berlin Congress Center (bcc) der Europäische Polizeikongress des Behörden Spiegel. In seinem Rahmen findet auch ein Symposium gegen sexuellen Kindesmissbrauchs im Internet statt. (Foto: BS/Dombrowsky)

Der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, bekräftigte seine Forderungen an die Politik, sexuellen Kindesmissbrauch endlich konsequent und dauerhaft zu bekämpfen: „Der Kampf gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen muss in der analogen und digitalen Welt viel konsequenter geführt werden. Die Innen- und Justizminister sollten schnell ihre Instrumente im Kampf gegen sexuellen Kindesmissbrauch und Kinderpornografie schärfen und mehr Personal, bessere Technik und Ermittlungsbedingungen bereitstellen. Deutschland darf kein zahnloser Tiger sein, über den Sexualstraftäter lachen. Zudem brauchen wir ein starkes Jugendmedienschutzgesetz. Der digitale Kinder- und Jugendschutz muss endlich dem Internetzeitalter angepasst werden.“

Verhindern, nicht nur verfolgen

Ramon Mörl von der Firma itWatch und vor neun Jahren Gründungsmitglied des Bündnisses WhiteIT, geht der Ansatz der Bekämpfung von Missbrauch persönlich nicht weit genug: „Ich kann, wir sollten, nicht akzeptieren, dass sexualisierte Gewalt an Kindern passiert. Es reicht nicht, bloß zu verfolgen, wir müssen verhindern!“

Ingo Fock   vom   Betroffenenverein   gegen-missbrauch   fordert   umfassende   Konzepte: „Wenn Ermittlungserfolge wie in Freiburg von Zufällen abhängen, reichen die   Schutzkonzepte des Staates nicht aus. Hier muss dringend nachgebessert werden. Für die Betroffenen ist eine rechtliche Würdigung von Seiten der Strafverfolgungsbehörden, die Unterstützung der Fachberatungsstellen und Schutzkonzepte, um weitere Übergriffe durch bereits verurteilte Täter zu verhindern, von immenser Wichtigkeit. Daniel McKee, der Präsident des US Diplomatic Council, beschrieb sexualisierte Gewalt an Kindern als ein weltweites Problem: „Ich habe in 46 Staaten dieser Erde gearbeitet. Ausbeutung und Missbrauch von Kindern ist in allen Gesellschaftsformen zu finden. Wir brauchen ein globales Netzwerk aus Ermittlern und Nichtregierungsorganisationen bis auf lokale Ebene und einen grenzübergreifende Ächtung durch die Politik.“

Ralf Nickel, Vorsitzender des WhiteIT e.V. hebt hervor: „Wir stellen seit 2009 eine Plattform zum interdisziplinären Austausch dar. Ich lade alle Firmen, Vereine, Verbände und auch Privatpersonen ein, sich im Bündnis WhiteIT zu vernetzen und aktiv am Schutz der Kinder mitzuarbeiten. Es ist wichtig, dass wir gemeinsam laut werden und einfordern – der kleinste gemeinsame Nenner reicht nicht mehr aus!“

Mehr als 90 Partner im Netzwerk vertreten

Das Bündnis WhiteIT besteht seit 2009 und vereint über 90 internationale Partner aus öffentlicher Hand, Strafverfolgung, Vereinen, Verbänden, Gewerkschaften sowie aus Industrie und Handel. Ziel ist es gemeinsam Lösungen zur Verhinderung und Verfolgung von sexueller Gewalt an Kindern zu erarbeiten und umzusetzen, sowie Betroffene zu unterstützen.