BOS-Anwenderforum

Zukunft des Digitalfunks BOS
ALL-IP-Transformation & mobile Breitbandkommunikation

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09.00 Eröffnung des Anwenderforums, Gerd Lehmann, Behörden Spiegel

09:10 Zukunft des Digitalfunks BOS, Thomas Scholle, Direktor Technik, Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS)

09:40 BOS-Digitalfunk – Anwenderfreundliche Migration zum Breitband, Bernhard Klinger, Vice President Business Development, Hytera Mobilfunk GmbH

10:10 BOS-Digitalfunk in Gegenwart und Zukunft in Europa – ein Länderüberblick, Dr. Barbara Held, Abteilungsleiterin Betrieb, Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS)

10:40 LTE für Sicherheitsnetze, Helge Krysiak, Director Public Safety Market Germany, Nokia

11:10 Kaffeepause

11:30 Evolution des Mobilfunks in Richtung 5G – was bedeutet das für die BOS?, Dr.-Ing. Christoph Bach, Head of Network Products Germany, Ericsson GmbH

12:00 Akzeptanz des Digitalfunks BOS – ein Forschungsprojekt des Landes Rheinland-Pfalz, Markus Moog, Leiter der Autorisierten Stelle des Landes Rheinland-Pfalz

12:30 Erfolgreiche Weiterentwicklung des Digitalfunks auf sicherer Basis von TETRA, Christoph Thomas, Managing Director, Motorola Solutions Germany GmbH

13:00 Mittagspause

13:50 Polizeikommunikation in den Zeiten von WhatsApp und Co, Andreas Noack, CEO, heinekingmedia GmbH/stashcat

14:20 Sichere Sprachkommunikation und moderne Breitbandkommunikation – Einheit oder Gegensatz bei taktischen Herausforderungen?, Michael Wolf, Airbus Defence and Space

14:40 Bedeutung der mobilen Datenkommunikation für die Sicherheitsbehörden, Werner Drögemüller, Abteilungsleiter Informations- und Kommunikationstechnologien, Zentrale Polizeidirektion Niedersachsen (ZPD)

15:10 Mobile IT der Polizei Niedersachsen (Statusbericht), Marco Trumtar, Zentrale Polizeidirektion Niedersachsen

15:40 HiMoNN – eine breitbandige Kommunikationslösung für Video- und Datenanwendungen bei Katastrophen und Großschadenslagen, Michael Schaefer, IABG im Auftrag des Polizeiverwaltungsamtes Sachsen

16:05 Zusammenfassung und Ende der Veranstaltung

Moderation der Veranstaltung: Gerd Lehmann, Behörden Spiegel


Der 2007 begonnene sukzessive Aufbau des bundesweiten Digitalfunknetzes der deutschen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) konnte Ende 2015 im Wesentlichen abgeschlossen werden. Neben den beiden Netzverwaltungszentren in Hannover und Berlin, die für die Überwachung und die Steuerung des BOS-Digitalfunknetzes zuständig sind, befinden sich In den 45 geografischen Netzabschnitten 64 Vermittlungsstellen und mehr als 4.500 Basisstationen im Einsatz. Damit sind über 99 Prozent der Fläche Deutschlands funkversorgt. Im Netz sind mehr als 700.000 Teilnehmer registriert. Der BOS-Digitalfunk garantiert den BOS eine hochverfügbare und abhörsichere mobile Sprachkommunikation zur Durchführung ihrer Aufgaben. Er wird von den BOS in allen Ländern im täglichen Einsatz genutzt und hat seine Bewährungsprobe auch bei Großeinsätzen und außergewöhnlichen Lagen bestanden.

Dennoch ist es ein Gebot der Zeit, sich mit der Zukunft des Digitalfunks zu befassen. Die Systemtechnik des Digitalfunknetzes ist in die Jahre gekommen. Die fortschreitende Umstellung der Telekommunikationsnetze auf All-IP-Netze erfordert zudem einen Austausch wesentlicher Netzwerkelemente des BOS-Digitalfunknetzes. Da der BOS-Funk unterbrechungsfrei weiterlaufen muss, stellt der Austausch von Systemtechnik eine besondere Herausforderung dar. Unbeschadet dessen steht auch das Thema “Mobile Breitband-kommunikation der BOS” auf der Agenda. Für eine zeitgemäße und effektive Arbeit der Sicherheitsbehörden ist die Möglichkeit der Übertragung von Daten, Bildern und Videos über Funk essentiell. In nahezu allen europäischen Ländern befinden sich Breitbandprojekte für die Sicherheitsbehörden auf der Basis des Mobilfunkstandards LTE in der Diskussions-, Experimentier-, Planungs- oder bereits in der Umsetzungsphase. Die englischen Blaulicht-Behörden wagen den größten Sprung. Sie verabschieden sich von der TETRA-Welt und wollen ihre Funkkommunikation ab 2020 über ein Sprache und Daten integrierendes Netz auf der Basis der LTE-Technologie abwickeln. Dagegen geht man in Deutschland bislang noch davon aus, dass der Digitalfunkstandard TETRA die deutschen BOS noch eine ganze Weile begleiten wird und die Breitbandkommunikation eine notwendige Ergänzung darstellt. So sammelt die Polizei in den Ländern Brandenburg, Hamburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt seit einiger Zeit Erfahrungen mit dem Einsatz interaktiver Streifenwagen, in Niedersachsen mit “Mobiler IT” sowie in Nordrhein-Westfalen und Sachsen mit der Breitbandkommunikation für operationelle Videoanwendungen unter Nutzung kommerzieller Mobilfunknetze. Für den breitbandigen Datenfunk sind den deutschen BOS nach hartem Ringen Frequenzen im 700 MHz-Bereich (2 x 8 MHz: 698-703 MHz, 733-736 MHz, 753-750 MHz sowie 788-791 MHz) zugesichert worden.

Um die Kommunikationsfähigkeit der deutschen BOS auch in der Zukunft sicherzustellen, sind zeitnah weitreichende Entscheidungen zu treffen. Herausforderungen und Handlungsoptionen sind in zahlreichen Studien, dem Strategiekonzept für den breitbandigen Datenfunk und im Rahmen von Expertenbefragungen dargelegt und begründet worden. Innerhalb dessen sind nun die politischen Entscheidungen zur Umsetzung zu treffen.