Einzellösungen nicht mehr zeitgemäß

Auf der BKA-Herbsttagung in Ingelheim forderte Münch: “Die Polizei muss sich als flexibler und schlagkräftiger Verbund aufstellen. Anstatt der bisher vorherrschenden Einzellösungen müssen wir unsere Zusammenarbeit auf bedarfsorientierten und anpassungsfähigen Kooperationsplattformen organisieren.” (BS/Dombrowsky)

Die Kriminalität wird internationaler, digitaler, vernetzter und phänomenübergreifender. Darauf müssen sich die Polizeien und die übrigen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) einstellen. Es brauche ein intelligentes, schlagkräftiges Netzwerk aus Bundes- und Landesakteuren sowie ein einheitliches Datenhaus der deutschen Polizeien.

Länderübergreifende Koordination gefordert

Das meint der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch. Des Weiteren komme es auf bundesweite Standards sowie eine länderübergreifende Koordination an. Auf der BKA-Herbsttagung in Ingelheim forderte Münch: “Die Polizei muss sich als flexibler und schlagkräftiger Verbund aufstellen. Anstatt der bisher vorherrschenden Einzellösungen müssen wir unsere Zusammenarbeit auf bedarfsorientierten und anpassungsfähigen Kooperationsplattformen organisieren.” Hinsichtlich des angesprochenen Datenhauses der deutschen Polizeibehörden hieß es aus dem BKA, dass dieses alle relevanten Informationen der Polizeien des Bundes und der Länder enthalten werde und die Verantwortung für die Daten beim jeweiligen Besitzer verbleibe.

Nicht alle Daten für jeden sichtbar

In der Bundesoberbehörde, die über mehrere Dienstsitze in der Bundesrepublik verfügt, sei ein Vorprojekt installiert worden, das bis Mitte kommenden Jahres die Strukturen für das eigentliche Programm aufbauen solle. Damit sei sichergestellt, dass alle polizeilichen Informationssysteme permanent verfügbar seien. Wie im aktuellen polizeilichen Informationsverbund sollen die Polizeien des Bundes und der Länder Zugriff erhalten. Verbundrelevante Daten sollen für alle sichtbar sein, Daten ohne Verbundrelevanz nicht.