Beweismittel besser verwalten

Christian Scherf plädiert für eine länderübergreifende digitale Asservatenkammer. (Foto: BS/Dombrowsky)

Digitale Beweismittel spielen eine große Rolle bei der Ermittlungsarbeit und das längst nicht nur bei Cybercrime oder Straftaten mit dem Tatmittel Internet. Der Umgang mit steigenden Datenmengen wird dabei zur immer größeren Herausforderung. Lösungen für ein effizientes Management von digitalen Asservaten werden gebraucht.

Smartphones und andere Endgeräte von Verdächtigen, mobile Datenträger, Fotos und Videomaterial aus Observationen oder von Bürgern: Quellen digitaler Beweise sind vielfältig und nehmen durch den Einsatz neuer Einsatzmittel wie Bodycams noch zu. “Der heutige Stand ist so, dass es für jedes System eigene Speicherorte gibt”, sagt Christian Scherf, Country Manager Deutschland bei Axon. Die Datenverfügbarkeit bei laufenden Ermittlungen leide darunter. Besonders arbeitsintensiv sei der übliche Prozess zur Übermittlung von Daten an die Staatsanwaltschaften. Digitale Beweismittel würden auf DVDs gebrannt und dann persönlich von A nach B transportiert, so Scherf.

Eine Digitalisierung der Erfassung, Verwaltung und Übermittlung von solchen Beweismitteln verspricht also große Effizienzgewinne. Technisch längst möglich wäre eine automatisierte Analyse von großen Mengen an Bild- und Videomaterial mit Verschlagwortung. Medien, die eine bestimmte verdächtige Person oder einen relevanten Gegenstand zeigen, könnten dann direkt aus dem Datenbestand herausgefiltert werden. Auch das Unkenntlichmachen von Personen könne automatisiert ablaufen, erklärt Scherf.

Voraussetzung für einen effizienten Einsatz solcher Analysetechnologien sei ein leichter Zugriff auf die Datenbestände. Datensilos sollten dazu zusammengeführt werden, forderte Scherf. “Es gilt, eine digitale Asservatenkammer zu schaffen, idealerweise für ganz Deutschland.” So könne man von hoher Rechenleistung und medienbruchfreien Zugriffmöglichkeiten profitieren und Kosten auf viele Schulter verteilen.