Polizeiwaffen bei veränderten Bedrohungslagen

Gab einen Überblick über Handwaffentechnik: Dr. Matthias Weber von H&K (Foto: BS/Dombrowsky)

Bei der Bewaffnung “nähern sich die polizeilichen Anforderungen den militärischen immer mehr an”. Das konstatierte gestern Dr. Matthias Weber, Bereichsleiter Vertrieb beim Handwaffen-Hersteller Heckler & Koch (H&K), auf dem 21. Europäischen Polizeikongress in Berlin. Deshalb habe er von “wirktechnischen” Anforderungen an Polizeibewaffnung gesprochen, da “Wirkung im Ziel” eigentlich eine militärische Diktion sei.

Dr. Weber verglich u.a. Reichweiten, Treffgenauigkeit und Gewicht von den Waffenkategorien Pistole, Maschinenpistole (MP), Sturmgewehr und Maschinengewehr (MG). In diesem Zusammenhang erwähnte er, dass es bei H&K tatsächlich schon Anfragen von Polizeieinheiten nach MGs gegeben habe.

Frühere terroristische Bedrohungslagen (z.B. RAF) seien auf Geiselnahmen von einem angebbaren Personenkreis ausgerichtet gewesen, heutzutage würden Selbstmordattentäter möglichst viele, nicht vorher identifizierbare Opfer angreifen. Deshalb seien häufig private Sicherheitsleute oder Streifenpolizisten “First Responders”; Spezialeinsatzkräfte (SEKs) träfen hingegen frühestens nach 30 bis 60 Minuten vor Ort ein. Da könne den “First Responders” – je nach Ausrüstung – schon die Munition ausgehen. Erschwerend komme hinzu, dass bei den Einsatzkräften unter Stress statistisch ohnehin nur jeder fünfte Schuss im Ziel läge, so Dr. Weber.