Hauptprogramm
06.05.2026, 09:45 Uhr
Geräte kontrollieren, Menschen schützen: Souveränität, Sicherheit und Compliance in der digitalen Polizeiarbeit
Die moderne Polizeiarbeit stützt sich zunehmend auf sichere mobile und stationäre Geräte, ausfallsichere Betriebssysteme und vertrauenswürdige Cloud-Dienste. Viele dieser kritischen Technologien sind jedoch Teil globaler Technologie-Ökosysteme und unterliegen daher ausländischen Rechtsordnungen.
In dieser Keynote wird erläutert, warum sich die Verwaltung von Polizeigeräten von einer rein technischen IT-Aufgabe zu einer strategischen Verantwortung für die Polizeiführung und politische Entscheidungsträger entwickelt hat.
Sie zeigt auf, wie souveräne Unified Endpoint Management (UEM)-Plattformen – Systeme, die Polizeigeräte wie Smartphones, Laptops und Tablets zentral verwalten und sichern – es Strafverfolgungsbehörden ermöglichen, technologische Innovation mit dem Schutz sensibler operativer Daten zu verbinden. Gleichzeitig stärken solche Architekturen die Ausfallsicherheit missionskritischer Infrastruktur und gewährleisten die vollständige rechtliche und hoheitliche Kontrolle über Polizeitechnologie.
06.05.2026, 13:30 Uhr
Diskussionsrunde: Sicherheit im öffentlichen Raum
Bürgerinnen und Bürger erwarten den Schutz ihrer Sicherheit und vor Verwahrlosung im öffentlichen Raum. Deutschland ist nach wie vor eins der sichersten Länder. Dennoch gibt es bedenkliche Entwicklungen und ein sinkendes Sicherheitsgefühl. Vor allem negative Erlebnisse im öffentlichen Raum, zum Beispiel an Bahnhöfen, in Zügen und Bussen, bei Veranstaltungen, in Schwimmbädern und Parks, belasten die Lebensqualität. Berichte über Körperverletzungen, Messerangriffe, Drogenkriminalität, Raubüberfälle oder offene Aggressionen schüren Ängste und bieten Raum für politische Schuldzuweisungen und vermeintlich einfache und radikale Forderungen.
Nach einem Kurzbericht zur aktuellen Lage in Deutschland hören wir, welche Entwicklungen und Konzepte es im Partnerland unseres Kongresses, der Republik Italien, gibt.
Anschließend beleuchten wir mit Verantwortlichen und Experten die aktuelle Situation und diskutieren Erfordernisse und Konzepte zur Verbesserung. [Dieter Wehe]
06.05.2026, 17.45 Uhr
Diskussionsrunde: Migration zwischen Sicherheit und Menschlichkeit
Im Jahr 2023 stellte die Europäische Agentur für die Grenz- und Küstenwache (FRONTEX) 380.000 illegale Einreisen nach Europa fest (2022: 326.000). Damit wurde ein vorläufiger Höhepunkt erreicht. Dagegen sanken die Zahlen 2024 erkennbar, was vor allem auf den geringeren Zustrom über die zentrale Mittelmeerroute und die Westbalkanroute zurückgeführt wird. Dieser Trend setzt sich bisher für 2025 fort.
Dennoch bleibt das Thema „Migration“ hochpolitisch und wird teilweise von Extrempositionen beeinflusst. Die Folgen sind bereits seit Jahren Diskussionen innerhalb der Gesellschaft, nunmehr auch in den Medien. Die Thematik spaltet die Bevölkerung, die demokratische Mitte scheint dabei zunehmend an Vertrauen zu verlieren. Wahrgenommene Auswirkungen der „Migration“ auf die Kriminalität und ein nach den aktuellen Umfragen zunehmendes Unsicherheitsgefühl der Bevölkerung im öffentlichen Raum bewirken das Übrige. Der Dissens wird deutlicher, die Menschen drohen zu den politischen Rändern zu wechseln.
Die Europäische Union und auch die Bundesrepublik selbst versuchen dem entgegenzuwirken. Mit der Reform des gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) und der Anpassung des deutschen Rechts (“GEAS-Anpassungsgesetz” und “GEAS-Anpassungsfolgegesetz”) wurden erste Instrumente zur Begrenzung und Ordnung der Migration geschaffen.
Wir diskutieren den aktuellen Stand aus der Sicht der EU und der deutschen Innenpolitik. Dazu beleuchten wir auch die Entwicklung in der Republik Italien, dem Partnerland unseres Polizeikongresses. Die Kirchen und die mit dem Thema Asyl verbundenen Nichtregierungsorganisationen (NGO) sehen die Verschärfungen teilweise kritisch und verfolgen Ziele, die sie mit konkreten Aktionen umsetzen (“Kirchenasyl”, Seenotrettung, Rechtsberatung, Finanzierung). Auch diesen Aspekt beziehen wir ein.
Vielleicht auch mit dem Ziel, dass sich bei dem Thema „Migration“ Sicherheit und Menschlichkeit nicht konträr gegenüber stehen müssen. [Uwe Mainz]
07.05.2026, 11:30 Uhr
360°-KRITIS – zwischen digitalen Attacken und realen Ausfällen
Kein Internet, kein Strom, kein Wasser – digitale Angriffe auf Behörden, Krankenhäuser oder Kraftwerke können den Alltag erheblich lahmlegen. Cyber-Attacken auf kritische Infrastrukturen (KRITIS) erfordern technische Abwehr, organisatorische Vorbereitung und strategisches Krisenmanagement. Durch kontinuierliches Monitoring, den Austausch von Informationen und koordinierte Abwehrstrategien kann die Verwundbarkeit reduziert und der Schutz essenzieller Dienste gewährleistet werden.
Die zentrale Frage bleibt jedoch: Wie können Betreiber und Sicherheitsbehörden die Resilienz kritischer Systeme erhöhen und Angriffe frühzeitig erkennen, bevor es zu gravierenden Störungen kommt? [Mirjam Klinger]
Fachforenblock I, 06.05.2026, 11:00 – 12:30 Uhr
1.1 KI und Massendaten – Möglichkeiten und Grenzen
Die zunehmende Digitalisierung führt seit Jahren dazu, dass die Menge der relevanten Daten in polizeilichen Ermittlungen stetig wächst. Häufig sind die Datenmengen so umfangreich, dass eine manuelle Bearbeitung in einem angemessenen Zeitrahmen unmöglich ist. Verschiedene Methoden der Datenaufbereitung mit KI werden daher bereits in der Polizei eingesetzt. Das Potential von KI für die Analyse von Massendaten im Rahmen der Ermittlungsunterstützung ist dennoch weiterhin sehr groß.
Das Fachforum soll ein Zwischenfazit zur polizeilichen KI-Nutzung in der Aufbereitung von großen Datenmengen ermöglichen: Was haben wir gelernt? Welche Möglichkeiten gibt es? Wo wollen wir hin? Zudem soll das Fachforum einen Ausblick auf bisher nicht genutzte Technologien und Methoden geben, und grundlegende Überlegungen zur KI-Nutzung in der Polizei einbeziehen.
1.2 Internationaler Drogenhandel, die neuen Wege
Bereits seit mehreren Jahren sehen sich die europäischen Nordseehäfen einem enormen Kokainzufuhrdruck aus den südamerikanischen Produktions- und Transitländern ausgesetzt. Die Vereinten Nationen (United Nations Office on Drugs and Crime- UNODC) schätzen die weltweite Kokainproduktion auf derzeit mehr als 3.700 Tonnen, nochmals ein gewaltiger Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren. Auf dem Seeweg gelangt das Rauschgift in großen Mengen im Containerfrachtverkehr, beispielweise versteckt in Bananenkartons oder in der Konstruktion eines Kühlcontainers, durch die Häfen auf den lukrativen Rauschgiftmarkt der EU. Während bis zum Jahr 2023 hier auch die Kokainsicherstellungsmengen, insbesondere in den großen europäischen Nordseehäfen, kongruent dazu ebenfalls rekordverdächtige Ausmaße annahmen, sind diese jedoch seit 2024 stark rückläufig. Da aber auch die Rauschgiftpreise auf dem hiesigen Kokainmarkt zuletzt immer weiter gesunken sind, muss allerdings mindestens von einer gleichbleibend hohen Verfügbarkeit ausgegangen werden. Von einer Verknappung also keine Spur- vielmehr scheint es, dass sich die international agierenden Tätergruppierungen hochflexibel auf die verstärkten behördlichen Gegenmaßnahmen eingestellt haben, mutmaßlich durch angepasste Schmuggelrouten (z.B. über Westafrika, sekundäre europäische Seehäfen oder Binnenhäfen) nach Europa und veränderte Modi Operandi (bspw. als sog. „Drop-Offs“ in küstennahen Gewässern, um Häfen ganz zu meiden, oder durchmischt mit legalen Trägerstoffen, um die Detektierbarkeit zu erschweren). Diese Entwicklung stellt die Strafverfolgungs- und Kontrollbehörden immer wieder vor neue Herausforderungen.
1.3 Schneller, souveräner, aber rechtskonform? Staatliche Agilität zwischen Innovationsdruck und Souveränität
Technologische Innovationen verlaufen exponentiell, während staatliche Prozesse linear sind. Besonders in KI, Datenplattformen, Cloud-Infrastrukturen und automatisierten Analysen entstehen schnell neue Möglichkeiten und Abhängigkeiten. Sicherheitsbehörden stehen unter operativem und strukturellem Druck, während sie strenge rechtliche Rahmenbedingungen einhalten müssen. Die zentrale Frage lautet: „Wie werden wir schneller, ohne rechtsstaatliche Prinzipien zu unterlaufen?“
Die Session zielt darauf ab, belastbare Handlungsoptionen zu diskutieren. Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie können Sicherheitsbehörden schneller innovieren, ohne digitale Souveränität und Sicherheit zu gefährden? Folgende Aspekte sollen beleuchtet werden:
- Rechtlich zulässige Spielräume im Vergaberecht
- Stärkung europäischer Technologieökosysteme
- Rolle von Standardisierung und offenen Schnittstellen
- Absicherung von Daten- und Betriebssouveränität
- Grenzen von Agilität im sicherheitsbehördlichen Kontext
Digitale Souveränität entsteht durch strategische Architekturentscheidungen, kontrollierbare Abhängigkeiten, vertraglich gesicherte Transparenz und europäische Kooperationsfähigkeit. Agilität ist eine Frage der Strukturqualität, nicht der Geschwindigkeit.
Die Session soll praxisnahe Beschaffungs- und Kooperationsmodelle aufzeigen, strategische Fehlannahmen hinterfragen, realistische Grenzen staatlicher Agilität benennen und Impulse für eine europäisch abgestimmte Technologiepolitik geben. Im Vordergrund steht die Frage: Wie gestaltet ein rechtsstaatlicher Akteur technologische Handlungsfähigkeit, ohne seine Prinzipien zu unterlaufen?
Diese Session versteht sich als Beitrag zu einer strategischen Debatte über die Zukunft staatlicher Technologiefähigkeit in Europa.
1.4 Sicherheitskonzepte in öffentlichen Einrichtungen
Die zunehmende Aggressivität und Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft gefährden zunehmend das Gemeinwohl. In der Vergangenheit richteten sich Angriffe noch vorwiegend gegen öffentlich Bedienstete, die repressiv tätig wurden, also vornehmlich Polizeibeamte und Mitarbeiter der Ordnungsbehörden.
Mittlerweile sind nahezu alle öffentlichen Einrichtungen und deren Mitarbeiter mit diesem Problem konfrontiert, egal, ob es sich um die Notfallaufnahme eines Krankenhauses, ärztliche Bereitschaftsdienste, Schulen, Flüchtlingseinrichtungen, Behörden, Freizeiteinrichtungen (Schwimmbäder), Verkehrsmittel oder Arbeitsagenturen handelt. Diese beispielhafte Aufzählung ist keinesfalls abschließend, umreißt aber die Größe und Tragweite der Problematik.
Die sich daraus ergebenden Herausforderungen sind mindestens dreidimensional zu betrachten.
Zum einen geht es darum, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen und nicht hilflos in dieser Lage allein zu lassen. Dies geschieht zum Beispiel durch Präventionskampagnen wie „Sicher im Dienst“ des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen der NRW-Initiative „Mehr Schutz und Sicherheit von Beschäftigten im öffentlichen Dienst“, kann aber auch nur der Anfang der Problemlösung sein.
Pöbeleien, sexuelle Belästigung, Nötigung und Gewalt in öffentlichen Einrichtungen beeinträchtigen nachhaltig das Sicherheitsgefühl der Besucher und führen zu Vermeidungstendenzen. Wenn sich eine Familie fragt, kann ich mit meinen Kindern noch unbesorgt ins Freibad gehen, kann kritisch die Frage gestellt werden, ob dies nicht schon die persönliche Freiheit der Bürgerinnen und Bürger in unserem Land tangiert.
Letztlich bleiben noch die Problemgruppen selbst. Mit welchen Konzepten kann dem beschriebenen Phänomen präventiv und repressiv begegnet werden? Die Opfer sprechen hier häufig von ausbleibenden Konsequenzen für die Täter und haben zuweilen sogar Angst die Ereignisse anzuzeigen.
Im Panel stellen Verantwortliche aus unterschiedlichen öffentlichen Einrichtungen ihre Erfahrungen und Lösungsvorschläge dar. [Rüdiger Wollgramm]
1.5 Cloud & Co.
Die sichere und unabhängige Datenverarbeitung wird für Sicherheitsbehörden zunehmend zur strategischen Notwendigkeit. Eine vertrauenswürdige Cloud-Infrastruktur ermöglicht den rechtskonformen, effizienten und behördenübergreifenden Umgang mit sensiblen Informationen. Das Fachforum beleuchtet technische, organisatorische und rechtliche Aspekte einer national kontrollierten Cloud-Lösung und diskutiert deren Bedeutung für die digitale Handlungsfähigkeit von Polizei und anderen Sicherheitsakteuren.
1.7 Sabotage – sind wir ausreichend vorbereitet? Politische Bedrohungslage, organisatorische Verortung und juristische Herausforderungen
Die deutliche Zunahme der Sabotageakte in den vergangenen Jahren erfordert eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Thema. Wie ist die politische Bedrohungslage? Sind die Sicherheitsbehörden organisatorisch ausreichend vorbereitet, sind z.B. die Kapazitäten und Fähigkeiten richtig verortet? Sind die Strafmaßnahmen abschreckend genug? Funktioniert die Zusammenarbeit zwischen KRITIS Betreibern und Sicherheitsbehörden. Diese und weitere Fragen werden im Fachforum 1.7 diskutiert.
1.8 Gemeinsam gegen CSAM: Akteure, Herausforderungen und Lösungsansätze
Die Bekämpfung von Missbrauchsdarstellungen (CSAM) geht mit organisatorischen, technischen und rechtlichen Herausforderungen einher. Akteure sind BKA, LKÄ, Landespolizei, (General)Staatsanwaltschaft, forensische Dienstleister und Forschungsinstitute. Während Polizei und (G)StA komplexe Ermittlungsverfahren führen und mit großen Datenmengen konfrontiert sind, erhalten Sie Unterstützung durch externe Dienstleister und innovative Forschungsprojekte. Das Panel gibt ein aktuelles Lagebild und diskutiert, wie die Zusammenarbeit effizienter gestaltet werden kann.
Fachforenblock II, 06.05.2026, 16:00 – 17:30 Uhr
2.1 Polizeilicher Einsatz für mehr Sicherheit im Straßenverkehr
In der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit sind die Verkehrsdienste und Schwerlastgruppen gemeinsam mit den Mitarbeitern des Bundesamtes für Logistik und Mobilität (BALM, früher BAG) u. a. für die Überwachung und Kontrolle des gewerblichen Personen- und Güterverkehrs zuständig und leisten damit einen wichtigen Beitrag für die Sicherheit auf den Straßen Europas.
Der gewerbliche Güterverkehr hat sich in den letzten 20 Jahren auf den deutschen Straßen fast verdoppelt. Experten gehen davon aus, dass bis zu 1,4 Millionen Lkw auf den deutschen Fernstraßen unterwegs sind und die Zahl weiter steigen wird. Es wäre jedoch ein Fehler, hier nur nationale Aspekte zu betrachten, Straßenverkehr und insbesondere der gewerbliche Personen- und Güterverkehr muss europäisch betrachtet werden. Von den zuvor genannten ca. 1,4 Millionen LKW haben etwa 460.000 eine ausländische Zulassung. Viele LKW durchfahren die einzelnen europäischen Staaten als Transitländer. Das bedeutet, dass im Interesse der Verkehrssicherheit diese Kontrollen europaweit erfolgen und sich gegenseitig ergänzen müssen. Die Branche ist durch einen harten Konkurrenzkampf, Zeit- und Kostendruck sowie eine oftmals unzureichende Infrastruktur insbesondere im Bereich der Rast- und Parkplätze gekennzeichnet. Übermüdete, abgelenkte, aber auch schlecht ausgebildete Fahrzeugführer sind häufig die Ursache schwerer Verkehrsunfälle. Die Fahrzeuge selbst weisen oft technische Mängel oder Manipulationen auf. Fachleute sehen in überladenen LKW eine Mitursache für die gravierenden Schäden an der Verkehrsinfrastruktur.
In diesen Kontext fällt auch die Frage, wie ein solches Fahrzeug gestoppt werden kann, wenn der Fahrer aus unterschiedlichen Gründen versucht, sich den polizeilichen Maßnahmen zu entziehen.
Die Elektromobilität erreicht zunehmend die Speditionsbranche. Bei elektrisch betriebenen Fahrzeugen (BEV), unabhängig davon, ob es sich um LKW oder PKW handelt, sind bei der Unfallaufnahme und erst recht bei Fahrzeugbränden Besonderheiten zu beachten, die ein eng abgestimmtes Vorgehen zwischen Feuerwehr und Polizei erfordern.
Im Forum stellen Experten der Polizei aus Belgien und Deutschland sowie des Bundesamtes für Logistik und Mobilität (BALM) die Anforderungen bei der Kontrolle dieser Verkehrsart sowie bei der Unfallaufnahme dar. [Rüdiger Wollgramm]
2.2 Unruhige Welt – So entwickelt sich der internationale Terrorismus
In einer Zeit, in der sich terroristische Bedrohungen kontinuierlich wandeln und zugleich verfestigen, widmet sich dieses Forum der umfassenden Analyse der aktuellen Terrorismuslage mit Schwerpunkt auf Deutschland und den angrenzenden Nachbarländern. Im Zentrum stehen dabei sowohl bestehende als auch neu in Erscheinung tretende Terrorismus- und Extremismusformen, die Polizei und Sicherheitsbehörden zunehmend vor komplexe und teils neuartige Herausforderungen stellen.
Der islamistische Terrorismus stellt weiterhin eine konstante und ernstzunehmende Bedrohung dar. Trotz intensiver Bekämpfungsmaßnahmen ist kein nachhaltiger Rückgang dieser Gefahr zu verzeichnen. Parallel dazu treten jedoch vermehrt neue beziehungsweise bislang kaum wahrgenommene Erscheinungsformen des Extremismus zutage, insbesondere im Bereich des Linksextremismus. Diese Strukturen und Aktionsformen existieren teilweise bereits seit längerer Zeit, sind jedoch erst in jüngerer Vergangenheit deutlicher erkennbar geworden und entfalten nun eine neue Qualität der Bedrohung. Sie führen zu zusätzlichen Belastungen für die Sicherheitsbehörden, da sie bestehende Lagebilder, Bewertungsmaßstäbe und Einsatzkonzepte zunehmend in Frage stellen.
Ergänzend rückt das Forum das Phänomen der sogenannten „Teenage Terrorists“ in den Fokus. Immer häufiger werden sehr junge Täterinnen und Täter festgestellt, die sich in kurzer Zeit radikalisieren und bereit sind, schwere Gewalttaten oder terroristische Handlungen zu begehen. Diese Entwicklung stellt Polizei, Justiz und Präventionsarbeit vor besondere Herausforderungen, da klassische Radikalisierungs- und Täterprofile nur noch eingeschränkt greifen. Die Verbindung aus jugendlicher Entwicklungsphase, digitaler Beeinflussung, ideologischer Fragmentierung und teilweise fehlender Einbindung in feste Strukturen erschwert sowohl die Früherkennung als auch die rechtliche und operative Reaktion erheblich.
Ein weiterer wesentlicher Aspekt des Forums ist die uneinheitliche Definition des Begriffs „Terrorismus“ innerhalb Europas. Unterschiedliche rechtliche und politische Einordnungen in den einzelnen Staaten erschweren nicht nur eine gemeinsame Bewertung der Phänomene, sondern auch die Entwicklung abgestimmter Bekämpfungsansätze. Vor diesem Hintergrund konzentriert sich das Forum bewusst auf die Darstellung und Einordnung der konkreten Sachlage im deutschen Raum sowie in den unmittelbar angrenzenden Ländern, um die aktuellen Entwicklungen präzise und realistisch abzubilden.
Ziel des Forums ist es, ein differenziertes und realistisches Lagebild der fortbestehenden und neu entstehenden terroristischen Bedrohungen zu vermitteln. Dabei sollen Ursachen, Dynamiken und aktuelle Entwicklungen herausgearbeitet sowie Ansatzpunkte für präventive und repressive Maßnahmen diskutiert werden. Das Forum versteht sich als Plattform zur sachlichen Einordnung der aktuellen Bedrohungslage und zur gemeinsamen Reflexion über die Anforderungen, vor denen Polizei und Sicherheitsbehörden heute und künftig stehen.
2.3 Bereitschaftspolizei
Das diesjährige Fachforum des Inspekteurs der Bereitschaftspolizeien der Länder wird sich mit den Herausforderungen der Bereitschaftspolizeien im Spannungsfeld Sport und Gewalt auseinandersetzen. Fußball ohne Gewalt ist leider nur ein Ziel, kein Zustand, auch wenn die große Anzahl der Fans friedlich und kooperativ ist und nur ein kleiner Teil der relevanten Fanszene die Polizeien der Länder regelmäßig vor Herausforderungen stellt. Vortragende aus mehreren Ländern werden über Erfahrungen aus Einzelspielbegegnungen berichten, aber auch neue Ansätze zur Bewältigung derartiger polizeilicher Einsätze vorstellen. Darüber hinaus werden aktuelle bundesweite Befassungen zum Thema kurz dargestellt.
2.4 Gefährden organisierte kriminelle Gruppen unsere Gesellschaft?
Das Forum rückt die Kriminalität von Banden und Großfamilien als eine der zentralen innenpolitischen und sicherheitspolitischen Herausforderungen Europas in den Fokus. Es zeigt auf, wie sich gewaltorientierte, teilweise transnational agierende Strukturen zunehmend der klassischen Strafverfolgungslogik entziehen und staatliche Reaktionsfähigkeit offen herausfordern.
Ein eindrückliches Beispiel ist Schweden, wo Banden- und Großfamilienstrukturen seit Jahren eine massive Eskalation der Gewalt verursachen. Die Zahl der Bombenanschläge ist im Jahr 2025 erneut deutlich angestiegen und prägt das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung nachhaltig. Zwar ist die Anzahl der Schusswechsel rückläufig, dennoch kommt es weiterhin regelmäßig zu schweren Verletzungen und zahlreichen Todesfällen. Die Einbindung des Militärs in logistischer und unterstützender Funktion verdeutlicht, dass die Bedrohungslage längst eine Dimension erreicht hat, die klassische polizeiliche Mittel an ihre Grenzen führt – mit erheblichen innenpolitischen Konsequenzen.
Darüber hinaus beleuchtet das Forum die Arbeit der Ermittlungsgruppe „Fusion“ in Köln, die vor dem Hintergrund zahlreicher Anschläge und Bombenattentate im Großraum Köln eingerichtet wurde. Die Ermittlungen machten eine enge Zusammenarbeit mit der niederländischen Polizei erforderlich, da ein erheblicher Teil der Tatverdächtigen aus den Niederlanden stammte. Trotz zahlreicher Festnahmen zeigen die bisherigen Feststellungen, dass sich die Gewaltstrukturen weiter verfestigt haben.
Als grundsätzliches Problem bzw. neues Phänomen hat sich mittlerweile „Violence as a service“ etabliert. Immer mehr und immer deutlicher werden Anschläge und Mordaufträge durch Personen durchgeführt, die den eigentlichen Auftragsgeber noch nicht einmal kennen. Innerhalb bestimmter Bereiche der Organisierten Kriminalität ist dies schon durchgängig der Fall. Auch hier werden die Strukturen und Abläufe noch einmal deutlich gemacht.
Das Forum macht damit deutlich: Die Kriminalität von Banden und Großfamilien ist längst keine Randerscheinung mehr, sondern eine innenpolitische Kernfrage staatlicher Handlungsfähigkeit, gesellschaftlicher Resilienz und europäischer Sicherheitskooperation.
Besonders sicherheitspolitisch relevant ist die ausgeprägte internationale Vernetzung dieser Strukturen. Strafverfolgung stößt zunehmend an strukturelle Grenzen und innenpolitische Debatten über Zuständigkeiten, Kooperationen und rechtliche Instrumente sind die Folge.
2.5 Personalgewinnung und -bindung
Die Polizei der Zukunft steht vor der zentralen Herausforderung, qualifiziertes Personal zu gewinnen, langfristig zu binden und gleichzeitig den steigenden gesellschaftlichen Erwartungen gerecht zu werden.
Angesichts eines dynamischen Arbeitsmarktes und wachsender Aufgaben müssen moderne Rekrutierungsstrategien und innovative Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung entwickelt werden.
Im Spannungsfeld von „Schutz und Strafverfolgung“ erfordert dies nicht nur attraktive Karrierewege und flexible Einsatzmodelle, sondern auch eine werteorientierte und gesundheitserhaltende Organisationskultur.
Das Fachforum beleuchtet, wie technologische Entwicklungen, moderne und gesunde Führungsansätze und zielgruppenorientierte Ansprache zur Stärkung der polizeilichen Mitarbeitenden beitragen können. Zudem wird diskutiert, welche strukturellen Rahmenbedingungen notwendig sind, um langfristig Motivation, Professionalität und Resilienz sicherzustellen. Dabei stehen Best-Practice-Beispiele aus europäischen Polizeibehörden ebenso im Fokus, wie neue Forschungsergebnisse.
Darüber hinaus möchte das Forum Impulse geben, wie Personalgewinnung und -bindung strategisch weiterentwickelt werden können, um die Einsatzfähigkeit und Zukunftsfähigkeit der Polizei nachhaltig zu sichern.
2.6 Täter nutzen 5G, die BOS funkt Schmalband! Wie können wir die Vorteile von MCx-Lösungen für Einsatzkräfte nutzbar machen?
Während Täter bereits moderne Breitbandnetze verwenden, basieren viele Funktionen im Behördenfunk weiterhin auf einer Schmalband-Technologie. In diesem Panel beleuchten wir praxisnah die gezielte Erweiterung durch Mission Critical Services (MCX). Experten aus den Bundesländern diskutieren gemeinsam mit der Deutschen Telekom und Motorola Solutions, wie eine hybride Strategie aus TETRA und Breitband die Einsatzfähigkeit stärkt. Neben den Anforderungen einer solchen Lösung an Endgeräte, Netze und Services, skizziert dieses Forum auch die Vorteile der zusätzlichen Breitband-Kapazitäten für die öffentliche Sicherheit.
2.7 Neues Vergaberecht beherrschen, gute Bieter finden und Zuschläge schnell erteilen
[…]
2.8 Polizeiliche Datenanalyse zwischen Staat und Markt: Wie viel Eigenständigkeit brauchen wir – und wie viel Kooperation können wir wagen?
Angesichts wachsender Analysebedarfe, geopolitischer Dynamiken und rasanter Innovationszyklen diskutieren Vertreterinnen und Vertreter aus Polizei, Wissenschaft und Ministerialverwaltung u.a. folgende Themen: Digitale Souveränität bei polizeilichen Datenanalysen, Kooperationsdesign mit der Privatwirtschaft, verfassungsrechtliche Anforderungen an Datenauswertungen sowie die Zukunftsfähigkeit staatlicher Sicherheitsarchitekturen.
Fachforen III, 07.05.2026, 09:00 – 10:30 Uhr
3.1 Neue Einsatzmöglichkeiten der KI bei Sicherheitsbehörden
Generative Künstliche Intelligenz (GenAI) eröffnet Sicherheitsbehörden neue Einsatzmöglichkeiten in allen Aufgabenbereichen sowie für unterstützende interne Dienstleistungen als auch der inneren Verwaltung. Insbesondere profitieren Lagebild und die Analyse eigener Daten sowie auch die forensische Bearbeitung großer Datenmengen bei der Bekämpfung komplexer Kriminalitätsformen u.v.a. Die Nutzung von KI durch Störer und Straftäter führt leider auch zu neuen Gefahren und Kriminalitätsphänomenen. Das Fachforum beleuchtet aktuelle Anwendungsfelder, technologische Entwicklungen sowie strategische und ethische Rahmenbedingungen für den KI-Einsatz bei Sicherheitsbehörden. Ziel ist es, Potenziale der KI realistisch einzuordnen und Orientierung für einen verantwortungsvollen, rechtsstaatlich abgesicherten Einsatz von KI zu geben.
3.2 Schleuserkriminalität und illegale Migration/Routen, Dynamiken und kriminelle Strukturen
Die Migrationsbewegungen nach Europa und weiter nach Deutschland unterliegen seit 2024 spürbaren Veränderungen. Während die öffentliche Debatte häufig auf Asylantragszahlen fokussiert, zeigt ein differenzierter Blick auf die tatsächlichen Migrations- und Fluchtbewegungen – insbesondere auf irreguläre Einreisen und genutzte Routen – ein komplexeres Lagebild.
Im Vergleich der Jahre 2024 und 2025 ist europaweit ein deutlicher Rückgang irregulärer Grenzübertritte zu verzeichnen, wobei sich diese Entwicklung je nach Route unterschiedlich darstellt. Die zentrale Mittelmeerroute (Nordafrika–Italien) bleibt trotz temporärer Schwankungen weiterhin eine der bedeutendsten Migrationsachsen nach Europa. Demgegenüber ist die östliche Mittelmeerroute in Verbindung mit der klassischen Balkanroute seit 2024 rückläufig, während die westliche Mittelmeer- und Atlantikroute über Spanien regional an Bedeutung gewonnen hat. Diese Verschiebungen wirken sich mittelbar auch auf Deutschland aus, da ein erheblicher Teil der Migranten nach der Erstankunft in südeuropäischen Staaten innerhalb des Schengenraums weiterzieht.
Parallel zu den Routenveränderungen ist eine hohe Anpassungsfähigkeit der Schleuserkriminalität zu beobachten. Nach aktuellen Erkenntnissen agieren auf den verschiedenen Routen lose organisierte, transnationale Netzwerke, die häufig regional verankert sind, aber international kooperieren. Besonders auf der zentralen Mittelmeerroute sind nordafrikanische, eritreische und äthiopische Strukturen prägend, teils in Verbindung mit bewaffneten Gruppen in Transitstaaten. Auf der östlichen Mittelmeer- und Balkanroute dominieren gemischte Netzwerke aus nahöstlichen, südosteuropäischen und lokalen kriminellen Akteuren. Die westliche Route wird vor allem durch nordwestafrikanisch-spanische Schleuserstrukturen genutzt. Digitale Kommunikationsmittel und soziale Medien spielen zunehmend eine zentrale Rolle bei Rekrutierung, Organisation und Täuschung der Migranten.
Für Deutschland ergibt sich daraus ein sicherheits- und migrationspolitisch relevantes Gesamtbild: Sinkende Gesamtzahlen bedeuten nicht zwingend eine Entspannung, sondern gehen mit einer stärkeren Professionalisierung und Flexibilisierung der Schleusernetzwerke einher. Gleichzeitig erschwert die fehlende routenspezifische Erfassung der Weiterwanderung nach Deutschland eine präzise Lagezuordnung.
Das Forum soll die aktuellen quantitativen Entwicklungen, die Verschiebung der Migrationsrouten sowie die Rolle organisierter Schleuserkriminalität zusammenführen und diskutieren. Ziel ist es, migrationspolitische, polizeiliche und sicherheitsrelevante Perspektiven zu verzahnen und daraus belastbare Ansatzpunkte für Prävention, internationale Zusammenarbeit und strategische Steuerung abzuleiten.
3.3 Polizeiliches OSINT im digitalen Umbruch
Generative KI, Falschinformationen und der dynamische Wandel sozialer Medien verändern grundlegend, wie Informationen entstehen, verbreitet und ausgewertet werden. Gleichzeitig führen Hyperlokalisierung digitaler Kommunikation, neue Regulierungsansätze und Fragen digitaler Souveränität im geopolitischen Kontext zu wachsenden Herausforderungen für die polizeiliche Aufklärung. Die Paneldiskussion beleuchtet, wie sich polizeiliches OSINT strategisch weiterentwickeln muss, um zwischen technologischem Fortschritt, politischen Rahmenbedingungen und operativer Wirksamkeit handlungsfähig zu bleiben.
3.4 Neue Internationale Kriminalitätsentwicklung
Das Forum wirft einen scharfen Blick auf die internationalen Kriminalitätsphänomene, die nicht nur die Grenzen überschreiten, sondern auch die innenpolitischen Strukturen Europas erschüttern.
Zunächst steht in England das Phänomen der Grooming-Gangs im Fokus, ein dunkles Kapitel, das seit über einem Jahrzehnt im Verborgenen lag, bis es endlich in der Öffentlichkeit entbrannte. Diese Gruppen missbrauchen Mädchen nicht nur direkt, sondern stellen sie als Ware für den Missbrauch zur Verfügung, was eine eklatante Schwäche der gesellschaftlichen und politischen Prävention offenbart. Die Auswirkungen auf Gesellschaft und Politik sind gravierend und fordern hier ein Umdenken in der Sicherheitsarchitektur.
In Schweden rückt das Phänomen der „Killer-Kids“ die Fragilität des Rechtssystems in den Vordergrund. Hier werden Kinder als Werkzeuge krimineller Aufträge teilweise international eingesetzt, wobei komplexe Strukturen es den Behörden erschweren, die Drahtzieher zu identifizieren. Hier sind enge Berührungspunkte zu dem Phänomen „Violation as a service“ festzustellen, welches aber über die reine Kinderthematik noch deutlich hinausgeht. Internationale Verflechtungen werden dabei immer deutlicher. Diese Entwicklung zeigt auch, wie sehr der Rechtsstaat unter den zunehmend transnationalen Netzwerken leidet und wie schwer es wird, die eigentlichen Verantwortlichen zu fassen.
Ziel dieses Forums ist es, ein Verständnis dieser Phänomene zu entwickeln und dringend notwendige Lösungsansätze zu erarbeiten. Es geht darum, die Schwachstellen der Innenpolitik aufzudecken und den politischen Willen zur Bekämpfung dieser transnationalen Bedrohung zu stärken.
3.5 Global denken, lokal handeln – Wert internationaler Bildungsformate für die Polizeipraxis
Das Fachforum beleuchtet praxisnah, welchen Nutzen internationale Bildungs- und Austauschformate für die polizeiliche Aus- und Fortbildung bieten. Ziel ist es, unterschiedliche Ansätze für Bildungsmobilitäten vorzustellen und bewährte Praktiken zu reflektieren. Dabei fließen auch Erfahrungen mit dem EU-Programm Erasmus+ ein, das besonders zur Weiterentwicklung von Kompetenzen beiträgt, die heute im Sicherheitsbereich gefragt sind.
3.6 Jugendgewalt – was passiert da bei der Jugend?
Das Forum widmet sich der alarmierenden Zunahme der Jugendgewalt, die sich sowohl in Schulen als auch auf den Straßen zeigt. Zunächst wird die Vielschichtigkeit dieser Problematik analysiert, indem sowohl Gewalt unter Jugendlichen in Schulen als auch Übergriffe auf Lehrkräfte und Ordnungskräfte beleuchtet werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den konkreten Beispielen aus dem Schulalltag, die die Dramatik und Komplexität verdeutlichen. Im weiteren Verlauf werden aussagekräftige statistische Daten präsentiert, die das Ausmaß der Jugendgewalt in Deutschland und Europa verdeutlichen.
Im Forum werden integrative Projektansätze vorgestellt, der präventive und strafprozessuale Maßnahmen vereinen, um der Jugendgewalt nachhaltig entgegenzuwirken. Dabei wird auch die Rolle der Polizei thematisiert, die oft nur reaktiv eingreifen kann, während eine effektive Bekämpfung der Jugendgewalt einen integrativen Ansatz aller gesellschaftlichen Akteure erfordert.
3.7 Souveränität „Made in Practice“
[…]
Fachforen IV, 07.05.2026, 15:40 – 17:10 Uhr
4.1 KI im kriminalistischen Alltag
[…]
4.2 Digitale Transformationsprozesse in der Polizei
[…]
4.3 Sind unsere Züge und Bahnhöfe sicher?
Nicht zuletzt durch die Stadtbilddebatte ist insbesondere die aktuelle Situation an den Bahnhöfen in den Fokus der öffentlichen Diskussion geraten. Aber auch die die Sicherheit in öffentlichen Verkehrsmitteln wird zunehmend hinterfragt. Medienberichte über herausragende Sachverhalte im In- und Ausland tun ihr Übriges. Das Thema ist im Kontext zur aktuellen Frage der Sicherheit im öffentlichen Raum zu sehen. Große Bahnhöfe sind in den Abend- und Nachstunden häufig Angsträume, kleine Haltepunkte (S-Bahnhöfe) sind hiervon aber ebenso betroffen.
Bahnhöfe zählen zu den Orten, an denen soziale Probleme besonders auffällig präsent sind. Drogenszenen, alkoholisierte Personen, Pöbeleien, Graffiti, Verschmutzung, Schwarzfahren oder Ruhestörung führen schnell dazu, dass die Örtlichkeit einen verkommenen Eindruck macht. Ohne hier in der Tiefe auf die, nicht unumstrittene, „Broken-Windows-Theorie“ eingehen zu wollen, sind genau dies die Indikatoren, die bei den Nutzern den Eindruck erwecken, dass es hier offenbar kein Interesse an öffentlicher Ordnung oder an den Gesetzen gibt.
Nicht nur weibliche Fahrgäste berichten überdies von einem beklommenen Gefühl, wenn sie außerhalb der Rush-Hour öffentliche Verkehrsmittel des Nahverkehrs nutzen, insbesondere wenn diese wenig frequentiert sind.
Ist hier nur das Sicherheitsgefühl der Reisenden gestört oder besteht tatsächlich ein erhöhtes objektives Risiko, Opfer einer Straftat zu werden?
Die Tragweite dieser Problemstellung ist groß, sie tangiert selbst den viel beschworenen Mobilitätswandel. Reisende, die sich bei der Nutzung der Bahn unsicher fühlen, fahren lieber mit dem Auto oder wählen das Flugzeug als Verkehrsmittel!
Experten der Bundespolizei, der DB-Sicherheit und des größten Fahrgastverbandes diskutieren und erörtern die Lage und stellen ihre Vorschläge zur Verbesserung der Situation vor.
[Rüdiger Wollgramm]
4.4 Häusliche Gewalt – Femizid – Elektronische Fußfessel
[…]
4.5 Sichere mobile Kommunikation
[…]
4.6 Technologie und Logistik im Dienste der maritimen Polizeiarbeit (Wasserschutz): operative Herausforderungen und innovative Lösungsansätze
[…]
Side Events
06.05.2026, 09:00 – 17:00 Uhr
Wissenschaftliches Side Event: KI in der Polizeiarbeit
[…]
06.05.2026, 10:00 – 13:00 Uhr
Drohnen: Bedrohungslage und organisatorisch-rechtliche Gefahrenabwehr
Der missbräuchliche Einsatz von Drohnen stellt Polizei und Sicherheitsbehörden zunehmend vor große operative Herausforderungen. Unbemannte Luftfahrtsysteme ermöglichen neue Tatmittel, verkürzen Reaktionszeiten und erschweren Lageerkennung sowie Gefahrenabwehr im öffentlichen Raum. Insbesondere bei Veranstaltungen, im urbanen Umfeld und beim Schutz kritischer Infrastrukturen ergeben sich neue Einsatzlagen.
Das Forum beleuchtet die Bedrohungslage aus operativer Sicht und thematisiert rechtliche und taktische Grenzen für polizeiliches Handeln. Im Mittelpunkt stehen Fragen zum Aufbau eines effektiven Abwehrsysteme und dessen Integration in bestehende Führungs- und Einsatzstrukturen.
Ziel ist es, einen realistischen Einblick in die Bedrohungslage und deren Neutralisierung zu vermitteln, den Erfahrungsaustausch zu fördern und Ansätze zur Weiterentwicklung polizeilicher Einsatzkonzepte im Umgang mit Drohnenbedrohungen aufzuzeigen.
06.05.2026, 13:30 – 14:30 Uhr
Von der Aufzeichnung zur Auswertung: Die nächste Generation polizeilicher Vernehmungen
Als Chief Product Officer bei Davidhorn arbeitet Arnulf Refsnes an vorderster Front an der Entwicklung von Technologien, die moderne Ermittlungsvernehmungen unterstützen. Zwar zeichnen die meisten Polizeibehörden Vernehmungen heute auf, doch die eigentliche Chance liegt in der Verbesserung des gesamten Vernehmungsprozesses – von der Vorbereitung bis zur endgültigen Beweisaufnahme.
In dieser Keynote untersucht Arnulf, wie speziell entwickelte Software Ermittlungsbefragungen verändern kann. Er wird aufzeigen, wie Technologien wie Videokonferenzen, Echtzeit-Transkription und -Übersetzung, Videoanalyse und KI-gestützte Befragungsunterstützung Ermittlern helfen können, sich effektiver vorzubereiten, bessere Befragungen durchzuführen und aussagekräftigere Beweisergebnisse zu erzielen.
06.05.2026, 13:30 – 15:00 Uhr
Was muss Datenanalyse für die Polizei leisten?
[…]
07.05.2026, 09:00 Uhr – 15:30 Uhr
Zivile Verteidigung/Zivil-Militärische Zusammenarbeit (ZV/ZMZ) – Die Rolle der Polizei
Die aktuellen sicherheitspolitischen Entwicklungen verdeutlichen, wie wichtig ein abgestimmtes Zusammenwirken ziviler und militärischer Akteure für eine wirksame Gesamtverteidigung ist. Das Side Event bietet einen fundierten Überblick über Strukturen, rechtliche Grundlagen und operative Herausforderungen. Im Fokus steht die Rolle der Polizei in der Zivilen Verteidigung (ZV), insbesondere in der der zivil-militärischen Zusammenarbeit (ZMZ) in Deutschland. Betrachtet werden die Rahmenrichtlinien der Gesamtverteidigung, der Operationsplan Deutschland und der rechtliche Handlungsrahmen für die Polizei einschließlich des Notstandsrechts bei der Landes- und Bündnisverteidigung. Beleuchtet werden auch Fragen um den Kombattantenstatus. Erörtert wird die derzeitige Situation einer hybriden Bedrohungslage sowie die möglichen Konfliktentwicklungen aus militärischer und sicherheitsbehördlicher Perspektive. Die praxisorientierten Beiträge beleuchten Szenarien und Anforderungen an die Polizei im Rahmen der zivilen Verteidigung. Sie gehen auf die konkrete Aufgabenstellung der Polizei ein, insbesondere bei Verkehrsmaßnahmen in Krisenlagen sowie beim Schutz kritischer Infrastrukturen. Beleuchtet werden konkrete Kooperationsfelder – etwa die Zusammenarbeit zwischen Feldjägern und Polizei. Ergänzt wird das Programm durch Einblicke in die zivile Alarmplanung sowie in die Arbeit von Hilfsorganisationen.
Das Side Event richtet sich an Angehörige der Polizei, der Bundeswehr, an Ordnungsbehörden und anderer Sicherheitsinstitutionen, die ihre Kenntnisse über Strukturen, Abläufe und rechtliche Grundlagen der Gesamtverteidigung vertiefen wollen.
07.05.2026, 09:00 – 15:00 Uhr
Geldwäsche und Finanzermittlungen: Neue Szenarien und europäische Zusammenarbeit
Finanzkriminalität entwickelt sich rasch zu einer komplexen, bereichsübergreifenden Bedrohung, die technologische Innovationen, Schattenfinanzsysteme und grenzüberschreitende Netzwerke miteinander verbindet.
Dieser Runde Tisch bringt hochrangige Experten aus Strafverfolgungsbehörden, Finanzermittlungsstellen, Aufsichtsbehörden und internationalen Institutionen zusammen, um neue Geldwäschereimodelle zu untersuchen, die von Kryptowährungen und vIBANs bis hin zu Untergrundbankgeschäften und immobilienbasierten Betrugsmaschen reichen. Im Mittelpunkt der Diskussion stehen die zunehmende Verschmelzung von Cyberkriminalität und traditionellen Finanzmechanismen sowie die operativen Herausforderungen, die sich daraus für Ermittler ergeben.
Ein zentrales Thema wird die europäische Zusammenarbeit sein – wie der Informationsaustausch gestärkt, grenzüberschreitende Ermittlungen beschleunigt und Erkenntnisse in koordinierte Maßnahmen umgesetzt werden können.
In einem Umfeld, in dem Geschwindigkeit, Datenqualität und Zusammenarbeit über die Wirksamkeit entscheiden, wird in dieser Sitzung untersucht, wie aus fragmentierten Hinweisen verwertbare Finanzinformationen gewonnen werden können.
07.05.2026, 09:00 – 16:00 Uhr
BOS-Strategieforum
Herr Lehmann
Im Mittelpunkt des Strategieforums sollen Konzepte, Lösungswege und Lösungen für die künftige mobile Kommunikation der BOS stehen.
Beleuchtet werden sollen aber auch neue Ansätze der Realisierung, Finanzierung und Umsetzung in einem überschaubaren Zeitrahmen: „Lösungen sollten am Pareto-Optimum orientiert sein.“
07.05.2026, 09:00-16:00 Uhr
EES und darüber hinaus: Die Zukunft der Grenzkontrolllösungen
EES and Beyond: The Future of Border Gears Solutions“ bietet eine exklusive Plattform für den Austausch zu aktuellen Entwicklungen rund um Entry/Exit-Systeme und moderne Grenztechnologien. Im Fokus stehen praxisnahe Einblicke, zukünftige Anforderungen sowie der gemeinsame Dialog zu innovativen Lösungsansätzen.
